Noch hab ich ein Verlangen 

Noch hab ich ein Verlangen: 
O goennet mir den Tod 
Am fernen Meeresstrande 
Im stillen Abendrot. 
Dort schlafe tief ich ein, 
Mir rauscht der Wald zur Seite, 
Und ueber Meeresweite 
Wird klar der Himmel sein; 
Kein Weh der Abschiedsgeigen, 
Kein Sarg decke mich zu; 
Aus jungen gruenen Zweigen 
Flechtet das Bett zur Ruh. 

Niemand soll um mich trauern 
Und klagen mir zu Haupt- 
Herbst laesst die Baeume schauern, 
Bevor er sie entlaubt. 
Dann wird die Quelle rauschen, 
Der Mond mit bleichem Schein 
Durch Tannenspitzen lauschen 
Und leise bei mir sein; 
Die kuehlen Abendwinde 
Hoer wehn ich uebers Grab, 
Es wirft die heilge Linde 
Ihr Laub auf mich herab. 

Das Irren auf und nieder, 
Es ist zu Ende nun, 
Erinnerung wird mich betten, 
Und stille werd ich ruhn. 
Dann glueht der Abendstern 
Aus dem Wacholderdunkel, 
Der Freund so hoch und fern 
Mit lieblichem Gefunkel. 

Es schaeumt vor Lust und Schmertz 
Das Meer im letzten Schein... 
Du aber wirst nun Erde sein, 
Du mein vereinsamt Herz. 

                 (Herman Roth) 

 

*
Transcribed by Emma Mogda
School No. 9 Focsani, Romania
Teacher coordinator: Radita Neagu
*
Home |German .