GELIEBTE, WERN ICH DENKE... 

Gelibte, wenn ich denke an unse Los zuzeiten,  
Dann sehe ich das Eismeer von mir sich fernhin breiten;  
Am winterlichen Himmel ist weit kein Stern zu sehen,  
Es starrt der gelbe Mond nur, ein Fleck, aus seinen Höhen;  
Doch über tausend Schollen, die mit dem Wasser triften,  
Hält flügellahm ein Vogel sich einsam in den Lüften,  
Indessen die Gefährtin gen Abend weiterzieht  
Und mit der Schar der andern den Blicken bald entflieht.  
Er sieht ihr nach, solange sein Aug das Bild noch hält,  
Nichts reut ihn, nichts erfreut ihn... Und während er schon fällt,  
Versetzt er in Sekunden um Jahre sich zurück.  

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Ach, Liebste, immer ferner entschwindet uns das Glück,  
Mit jedem Tag verdüstert sich mehr und mehr mein Sinn,  
Du aber schwingst dich weiter zu ewigem Tagen hin.  

                     (Dieter Roth) 

              

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Transcribed by Andra Costin
School No.10 Focsani, Romania
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