SONETTE I 

Es herbstet schon. Die welken Blätter wehen,  
Und schwere Tropfen prallen an die Scheiben;  
Du liest in alten, längst vergilbten Schreiben  
Und suchst den Sinn des Lebens zu verstehen.  

Mit teuerem Kleinkram sich die Zeit vertreiben  
Und, klopft es an die Tür, nicht öffnen gehen;  
Liegt dann auch schon Morast auf den Allen,  
Ist's schöner noch, am Offen träumen bleiben.  

So sitz auch ich, und die Gedanken schweifen  
Zur schönen Fee ins alte Land Legende,  
Und Nebel wachsen um mich, Reif um Reifen;  

Auf einmal ist's als teilten sich die Wände,  
Ich höre einen Saum den Boden streifen...  
Und meine Augen schließen kühle Hände.  

                     (Dieter Roth) 
 

*
Transcribed by Nicoleta Toma
School No. 10 Focsani, Romania
*
Home | German .