SONETTE II 

Schon manches Jahr begann und mußte enden  
Seit unserer Begegnung heiliger Stunde,  
Doch jetzt noch leuchtet aus der Zeiten Grunde  
Mir groß dein Auge, Fee mit kühlen Händen.  

O, komm zurück! Daß ich an dir gesunde,  
Laß deinen Blick zu mir sich wieder wenden,  
Laß seinen Strahl mein Auge wieder blenden,  
Und süße Worte leihe meinem Munde.  

Ach wüßtest du, wie schöne Nähe  
Allein schon meines Herzens Sehnen schwichtet,  
Als ob am Himmel still ein Stern aufgehe;  

Der Aufruhr eines Lebens ist geschlichtet,  
Wenn ich dich einmal kindlich lachen sehe,  
Die Seele weit mir und der Blick gelichtet.  

                     (Dieter Roth) 
 

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Transcribed by Andrei Guzu
School No. 10 Focsani, Romania
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