SONETTE III 

Wenn selbst die Stimmen der Gedanken schweigen,  
Durchgeht wie süße Andacht mich ein Singen -  
Wenn ich dann rufe, wird es zu dir dringen?  
Wirst du den kalten Nebeln dann entsteigen?  

Und wirst das Dunkel du der Nacht bezwingen,  
Mit großen Augen friedvoll dich mir neigen?  
So tritt doch aus der Zeiten Schattenreigen,  
Daß ich dich nahen seh auf Traumesschwingen!  

Ach steige, immer tiefer, zu mir nieder,  
Daß unter deinem Lächeln ich erwarme,  
Daß mir ein Seufzer deine Liebe beichte,  

Berühre mit den Wimpern mir die Lieder,  
Laß spüren mich die Schauer deiner Arme -  
Gelibte du und ewig Unerreichte!  

                     (Dieter Roth) 
 

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Transcribed by Florin Postolache
School No. 10 Focsani, Romania
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